
1. Verlust des Stickstoff-Vorfülldrucks
Der Vorfülldruck (Gasdruck im entlasteten Zustand) ist die wichtigste Kenngrösse eines Speichers. Fällt er ab, schrumpft das nutzbare Volumen – und die Speicherwirkung lässt nach.
Ursachen:
- Undichtigkeiten am Gasventil oder an Dichtungen
- Fehlerhafte Erstbefüllung
- Natürliche Alterung interner Bauteile
Lösungen:
- Vorfülldruck regelmässig mit einem geeigneten Prüfgerät kontrollieren (im drucklosen Zustand)
- Stickstoff auf den vom Hersteller vorgegebenen Wert nachfüllen – niemals Druckluft oder Sauerstoff verwenden
- Verschlissene Ventile und Dichtungen zeitnah austauschen

2. Schaden an Blase oder Membran
Blase und Membran trennen Gas- und Ölseite. Sind sie beschädigt, vermischt sich Stickstoff mit der Hydraulikflüssigkeit – der Speicher fällt komplett aus.
Ursachen:
- Dauerbetrieb ausserhalb der zulässigen Druckgrenzen
- Thermische Überlastung
- Unverträglichkeit zwischen Elastomermaterial und Hydraulikmedium
Lösungen:
- Bei Verdacht auf Schaden: Speicher drucklos setzen und öffnen
- Blasenspeicher: Die Blase kann gezielt ersetzt werden – HENNLICH bietet hierfür passende Blasenkits an
- Membranspeicher: Ein Austausch der Membran lohnt sich wirtschaftlich in der Regel nicht – wir empfehlen, den gesamten Speicher zu ersetzen
- Bei der Materialwahl auf Medienverträglichkeit achten (NBR, ECO, HNBR je nach Fluid)
3. Verunreinigung der Hydraulikflüssigkeit
Partikel und Feuchtigkeit im Öl setzen nicht nur dem Speicher zu, sondern dem gesamten System.
Ursachen:
- Unzureichende Filtration
- Eindringen von Feuchtigkeit oder Fremdpartikeln
- Zu lange Ölwechselintervalle
Lösungen:
- Filtration auf die erforderliche Reinheitsklasse auslegen (ISO 4406)
- Hydraulikflüssigkeit nach Herstellervorgabe wechseln
- System auf Dichtheit prüfen, um Feuchtigkeitseintrag zu verhindern
4. Falsch dimensionierter Speicher
Ein zu kleiner Speicher ist ständig überlastet, ein zu grosser arbeitet ineffizient. Beides verkürzt die Lebensdauer.
Ursachen:
- Unzureichende Systemanalyse bei der Auslegung
- Veränderter Betrieb nach ursprünglicher Planung
- Fehler bei der Berechnung von Nutzvolumen, Druckbereich und Schaltfrequenz
Lösungen:
- Auslegung anhand der tatsächlichen Systemparameter überprüfen (p₀, p₁, p₂ und ΔV)
- Bei Bedarf passend dimensionierten Speicher nachrüsten
- HENNLICH berät bei der hydraulischen Auslegung
5. Äussere Leckagen
Ölaustritt ist nicht nur ein Effizienzverlust, sondern auch ein Sicherheits- und Umweltproblem.
Ursachen:
- Beschädigte oder verspröde Dichtungen
- Lose oder beschädigte Anschlüsse
- Korrosion am Gehäuse oder an Verbindungselementen
Lösungen:
- Anschlüsse und Verschraubungen regelmässig auf festen Sitz prüfen
- Defekte Dichtungen sofort ersetzen
- Korrosionsgefährdete Stellen durch geeignete Oberflächenschutzmassnahmen schützen
6. Überhitzung
Hohe Temperaturen beschleunigen die Alterung von Blase, Membran und Dichtungen erheblich.
Ursachen:
- Zu hohe Schaltfrequenz (adiabatische Erwärmung durch schnelle Gaszyklen)
- Unzureichende Kühlung des Gesamtsystems
- Dauerbetrieb nahe der Druckgrenzen
Lösungen:
- Betriebstemperatur kontinuierlich überwachen und Grenzwerte einhalten
- Schaltfrequenz systemseitig reduzieren, wenn möglich
- Kühlsystem auf ausreichende Kapazität auslegen
7. Verzögerte Systemreaktion
Reagiert das System träge, liegt der Fehler oft direkt am Speicher.
Ursachen:
- Zu niedriger Vorfülldruck (Gasdruck hat sich dem Betriebsdruck angenähert)
- Blockaden in Leitungen oder am Speicherventil
- Interner Verschleiss, der das nutzbare Volumen reduziert
Lösungen:
- Vorfülldruck prüfen und korrigieren
- Leitungsführung und Absperrventile auf Durchfluss prüfen
- Beschädigte Komponenten ersetzen
Warum HENNLICH?
HENNLICH liefert Blasen-, Membran- und Kolbenspeicher sowie vollständiges Zubehör – und unterstützt bei Auslegung, Inbetriebnahme und Wartung. Alle Speicher sind nach der Europäischen Druckgeräterichtlinie (2014/68/EU) zertifiziert, der Notified Body ist der TÜV Süd Industrie Service. Darüber hinaus bieten wir weitere Abnahmen nach internationalen Normen und Vorschriften auf Anfrage an – darunter ASME, ATEX, DNV, NR13, SELO, AS1210, EAC und CRN.

Fazit
Die meisten Probleme mit Hydraulikspeichern sind durch konsequente Wartung und korrekte Auslegung vermeidbar. Wer Vorfülldruck, Dichtheit und Flüssigkeitsqualität im Blick behält, verlängert die Lebensdauer seiner Speicher deutlich und vermeidet ungeplante Stillstände.





